Als Deutsche Migranten waren

In ihrem Programm „Die Schiffe nach Amerika“ nehmen die Grenzgänger ihr Publikum mit auf eine Zeitreise durch zweihundert Jahre deutscher Geschichte, beginnend bei den mehr als sechs Millionen deutschen Áuswanderern nach Amerika und endend im wiedervereinigten Deutschland.

Manche Parallele zwischen diesen deutschen „Wirtschaftsflüchtlingen“ und den Einwanderern in die heutige Bundesrepublik wird deutlich bei dieser ungewöhnlichen Mischung aus mitreißender Musik und Kabarett:

Da hausen deutsche Auswanderer mitten in New York in einem völlig überfüllten Kellerloch, ernähren sich von Abfällen und schicken ihre Kinder zum Betteln auf die Straße. 1848 wird ein deutscher Asylant Innenminister in Amerika, dreißig Jahre später singen 2000 Deutsche vor 40.000 Zuhörern im Chor „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“, durch Vermischung der Kulturen entstehen Tango, Jazz, Blues und viele andere Musikstile.

"Wir müssen auf die zehntausenden von Deutschen achten, die fortwährend in die nordwestlichen Staaten unserer Union einsickern. Sie finden sich in großen und exklusiven Siedlungen zusammen, von denen es in ein paar Jahren Tausende und Abertausende geben wird. Sie leben dort in einer völligen Isolation. Sie sprechen dort in einer fremden Sprache, haben fremde Sitten und Gebräuche, religiöse Überzeugungen und noch dazu eine totale Unkenntnis unserer politischen Institutionen. All das vererben sie mit deutschem Phlegma und deutschem Mangel an Beweglichkeit durch Generationen hindurch auf ihre Kinder und Kindeskinder. In weniger als fünfzig Jahren wird es in den nördlichen Teilen von Michigan, Wisconsin, Ohio, Illinois und Minnesota buchstäblich von Deutschen nur so wimmeln. Es wird Millionen und Abermillionen von Deutschen geben in diesem Land. Sie werden ein eigenes Volk sein, eine eigene Nation, ein neues Deutschland..." (Der Abgeordnete Gary Davis aus Frankfort in Kentucky 1849)

Die Folksong-Band Die Grenzgänger spielen weltoffene Musik von hier. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit steht dabei das deutsche Volkslied mit seinem Sprachwitz und seiner Poesie, als mündlich überlieferte, die Jahrhunderte überlebte Geschichte von unten, als Geschichte des Alltags der "kleinen" Leute. Gastspiele im ganzen Bundesgebiet (unter anderem als „Tourband“ der Bundeszentrale für Politische Bildung), Einladungen in die Tschechische Republik, Irland, Nordirland, Schweden und Norwegen, die wiederholte Auszeichnung mit dem deutschen Schallplattenpreis, mehrfache Ernennung zur CD des Monats in der renommierten SWR-Liederbestenliste, sind Ausdruck für das anhaltend hohe Niveau ihrer Mischung aus Volkslied, Swing, Blues, Reggae, Jazz und Kabarett. "So richtig genial", meinten die Kieler Nachrichten.

Weitere Informationen und Hörproben gibt es auf Website: www.folksong.de